Trotz erheblicher Beeinträchtigungen gehört Franz-Josef Dehenn zu den wohl bekanntesten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
In Neuwieds Innenstadt ist Dehenn als Fotograf wohlbekannt

Fotos: Jürgen Grab

Neuwied (jüg)Franz-Josef Dehenn ist 49 Jahre alt und zweifellos ein "echter Schärjer“. Heute wohnt er, der in keinen sehr guten Familienverhältnissen aufwuchs und beide Eltern verstorben sind, in der Innenstadt und ist somit immer "am Puls" des städtischen Geschehens.


In der Zeit von 1979 - 1989 besuchte er die Kinzingschule, wo er die elementarsten Lebensbefähigungen erlernte, um sein Leben möglichst selbständig zu bewältigen. Dabei stand ihm immer ein Betreuer der Kreisverwaltung helfend zur Seite. Mit diesem hatte er jeweils einen guten Kontakt, wobei Franz-Josef damals wie heute zweimal in der Woche eine Pflegebehandlung bekommt, die für ihn zur Bewältigung der diversen Lebensbedingungen unbedingt notwendig ist.
Insofern braucht Josef zwar den Bus, um zu seiner Arbeitsstätte im Engerser Heinrich-Haus zu gelangen, doch für seine regelmäßigen Aufenthalte in der Stadt benötigt er weder Auto noch Fahrrad oder den Bus. Für die wenigen Minuten zum Beispiel zum Luisenplatz benötigt der körperlich stark beeinträchtigte Dehenn nichts von alledem und ist dennoch immer inmitten des pulsierenden Neuwieder Lebens, wo er regelmäßig anzutreffen ist.


Im Jahre 2013 musste Josef einen Unfall hinnehmen, der ihn doch ziemlich aus der Bahn warf und schließlich zum Überdenken seines bisherigen wenig ereignisreichen Lebens führte.
Es ist schon nahezu 10 Jahre her, dass er zu seinem Betreuer bei der Kreisverwaltung, Rainer Klappert, gegangen war, zu dem er ein sehr gutes Verhältnis hatte, um ihm eine Bitte vorzutragen. Von dessen Erfüllung träumte er zwar, war aber nicht davon überzeugt, dass diese auch verwirklicht werden könnte. Zu seiner großen Überraschung jedoch erfüllte ihm sein Betreuer jedoch seinen Wunsch, obwohl dessen Realisierung relativ kostspielig war. Doch der Mitarbeiter der Kreisverwaltung war davon überzeugt, dass dieses zu bewilligende Geld für den Kauf einer Fotokamera unbedingt sinnbringend bei Franz-Josef Dehenn angelegt sein würde, womit er unbedingt recht behielt.


Von nun an war körperbehinderte junge Mann nicht mehr zu halten: Nachdem er sich bereits zuvor mit den elementarsten Funktionen eines sinnvollen Internetgebrauchs vertraut gemacht hat und damit umzugehen wusste, nahm er nunmehr mit seiner neuerworbenen Spiegelreflexkamera jede Gelegenheit wahr, zunächst für sich selbst, dann aber auch nach einem stetigen Anwachsen seines Bekanntheitsgrades bei diversen Vereinen und Institutionen und Geschäften ansprechende Fotos zu machen. Diese fanden allgemein Interesse und entsprechende Beachtung. Ebenso fanden seine Aufnahmen Aufmerksamkeit bei diversen Presseorganen, die solche auch gerne veröffentlichten. Somit verbesserte Franz-Josef auch seinen fotografischen Stil stetig und durfte sich über so manche Veröffentlichung freuen. Bei all dem spielt natürlich seine kommunikative und kontaktfreudige Art eine besonders wichtige Rolle, die bei seinen vielseitigen Beziehungen unbedingt positiv aufgenommen wurde.
Da Dehenn inzwischen nahezu überall in der Stadt, auch bei diversen Geschäftsinhabern, bekannt geworden war, entstanden diverse Kontakte, bei denen seine fotografischen Kenntnisse und Fähigkeiten gefragt waren. Solche positiven kommunikativen Fähigkeiten kamen und kommen dem umtriebigen, vielseitig interessierten Mann aus der Museumstraße natürlich zugute, so dass seine kreativen Aktivitäten immer wieder gefragt sind. Dabei hat er zum Beispiel zum Besitzer einer Pizzeria in der Mittelstraße oder auch zu Axel Wöckner, dem Inhaber von zwei Schuhgeschäften jeweils gute Beziehungen aufgebaut, die für beide Seiten jeweils durchaus nützlich sind.
Insofern ist zu wünschen, dass Franz-Josef Dehenn noch lange in der Innenstadt präsent ist, und er auch weiterhin mit seinen jeweiligen Kameras zum Neuwieder Stadtbild gehören wird.